Zukunftsrat
Erweiterte Vorstandssitzung der UPW
Das Gutachten des Zukunftsrates und die Stimmkreisreform waren Thema der erweiterten Vorstandssitzung der UPW Arzberg .
Zur geplanten Stimmkreisreform war man sich einig, dass eine Vertretung des Landkreises Wunsiedel im Bayerischen Landtag mit einem eigenen Abgeordneten unabdingbar bleiben muss. Gerade unsere strukturschwache Region braucht eine Stimme, die die Interessen der Region vertritt – auch angesichts der großen Probleme des ländlichen Raumes.
Daran anschließend referierte der 2. Vorsitzende der UWP Arzberg – Rechtsanwalt Klaus Schlockermann – über den Inhalt des Gutachtens des Zukunftsrates; dabei stellte sich heraus, dass die Inhalte dieses Papiers durchaus differenziert betrachtet werden können.
Zuerst einmal habe der Expertenrat dringend notwendige Entwicklungsstrukturen für unseren ländlichen Raum angemahnt, die die Bayerische Staatsregierung bisher nur unvollständig auf den Weg gebracht hat.
Drastisch wird nämlich aufgezeigt, das die Zukunft der Menschen in den Ballungszentren liegt und daher diese massiv ausgebaut werden müssen; wenn man aber auch Arbeit und Lebensbedingungen im ländlichen Raum erhalten will, muss die Anbindung dieser Regionen deutlich verbessert werden.
Dazu gehören ein flächendeckender Ausbau der schnellen Internetverbindung – unverzichtbar für unsere Firmen und sog. Heimarbeitsplätze - und der Ausbau der Verkehsrinfrastruktur mit Straße und Schiene. Bei einer maximal zumutbaren Pendlerzeit von 60 Minuten vom Wohnort zum Arbeitsplatz, sind diese Infrastrukturmaßnahmen lebensnotwendig.
Dem Wunsch vieler Arbeitnehmer, im Grünen zu wohnen und in den Zentren zu arbeiten, kann damit auch für unsere Region Rechnung getragen werden.
In vielen Kommentaren und Pressevorschlägen wurde dem Expertenrat vorgeworfen, daß er den ländlichen Raum bei seinen Entwicklungsplanungen weitgehend sich selbst überlässt und alles auf die Ballungszentren konzentriert.
Bei genauer Durchsicht des Gutachtens liest man aber auch Hinweise, die für unseren Raum Entwicklungsempfehlungen aufzeigen:
- die hohe Wohn- und Erholungsqualität mit den touristischen Möglichkeiten werden aufgeführt
- ein Umdenken bei der Landwirtschaft hin zu einer Qualifizierung für Bioprodukte wird vorgeschlagen
- die Vermarktung der nachwachsenden Rohstoffe (Holz, Wasser, andere alternative Energien) wird angemahnt.
Der 1. Vorsitzende der UPW – Roland Werner, verdeutlichte, dass man trotz aller Kritik, jetzt den Zeitpunkt habe, wo alle politischen Kräfte sich zusammen tun müssen, um die Forderung des Landkreises in einem – von allen unterstützten Maßnahmenkatalog zu formulieren und dies dann zu7sammen in München der Staatsregierung vorzulegen.
Der Fraktionsvorsitzende der UPW – Dr. Heinz Eschlwöch – vertrat die Meinung, daß man sich überlegen müsste, welche Vorzüge unser Raum habe, den die sog. Ballungszentren nicht hätten.
Gerade auf dem Energiesektor habe man noch große Entwicklungsmöglichkeiten. Eine
„ Energieregion Oberfranken/Oberpfalz“ mit der Erzeigung und Bereitstellung von günstiger Energie würde die Möglichkeit eröffnen, energieintensive Industriearbeitsplätze anzusiedeln. Nur so könnte damit auch der Bevölkerungsabwanderung Einhalt geboten werden.
Das Expertengutachten wurde vom UPW-Vorstand einhellig als zwar nicht sehr positiv für unseren Raum beurteilt, dennoch sollte es der Anlaß sein, jetzt alle Entscheidungsträger, vom Landrat über alle Bürgermeister und die politischen Gremien bis zu den Verbänden, an einen Tisch zu bringen, um die Schwerpunkte und Förderprogramme für die Entwicklung unserer Region zu formulieren.
Nur gemeinsam entwickelte Konzepte, die auch von allen unterstützt werden, haben dann auch eine realistische Chance, in München Gehör und entsprechende Förderung zu finden.
Arzberg, 30.01.2011
Eschlwöch